Portrait

Drei Monate Baguette

Es war deine Entscheidung.“ Kein besonders aufmunternder Satz bei einem verzweifelten Telefonat mit einer Freundin, in dem ich mich mal wieder über kartoffellose Mahlzeiten beschwerte.

Entschieden habe ich mich im Jahr 2015 als damalige Schülerin der neunten Klasse. Ich belegte seit ungefähr zwei Jahren als zweite Fremdsprache Französisch und beschloss an dem Brigitte-Sauzay-Programm teilzunehmen. Dies ist ein Programm des Deutsch-Französischen Jugendwerks, das durch Schüleraustausche die Beziehungen zwischen der Jugend der beiden Länder fördern möchte.

Ich habe die Entscheidung teilweise bereut, aber jetzt bin ich mir ganz sicher, dass es eine gute und absolut richtige Entscheidung war. Und obwohl die drei Monate in Frankreich mir nicht nur Freude bereitete, vermisse ich diese Zeit.

Ich wohnte in Frankreich in der westfranzösischen Hafenstadt La Rochelle mit direktem Zugang zum Atlantik. Als ich dort ankam, wusste ich durch meinen Französischunterricht immerhin bereits, wie man das Wetter beschreibt und wie das Verb „être“ (sein) konjugiert wird. „Il fait beau“ (Es ist schönes Wetter) - „Oui“, wurde zu einem häufigen Gesprächsverlauf. Aber „schon“ nach vier Wochen gelang es mir, die anfängliche Sprachbarriere etwas zu lockern, und ich musste nicht länger so tun, als könnte ich auch nur ansatzweise etwas von dem verstehen, was mir gesagt wurde.

All die schrecklichen Tage mit schwerfallender Kommunikation, die zu Missverständnissen in der Familie führten, oder auch die, an denen ich einfach erschöpft von der Sprache war, wurden durch die Summe an positiven und negativen Erfahrungen wettgemacht. Besonders ist mir das Essen von Austern in Erinnerung geblieben, das zu großen Lachern in der Gastfamilie führte, als sie meinen Gesichtsausdruck sahen. Es sind nicht nur die großen Freuden des Lebens, wie ein besonders sonniger Tag am Strand, es sind auch die kleinen Freuden, die mich so unglaublich glücklich machten, und die ich besonders wertzuschätzen gelernt habe, genauso wie mein eigenes Zuhause. Zu den kleinen Freuden, die zu großen werden, gehört ein Lächeln von französischen Klassenkameraden, die ich unglaublich liebgewonnen habe oder sogar ein Granatapfelbaum, den wir ungewöhnlicher Weise hinter dem McDonalds entdeckt haben.

 

Es ist ein Genuss gewesen, zu sehen wie sich bestimmte Klischees erfüllen. Da wären die Begrüßungsküsschen, die tollen Bäckereien und Fromagerien, aber vor allem die amüsanten Franzosen mit fünf Baguettes unter einem Arm. Außerdem habe ich sowohl deutsche als auch französische Freunde gefunden.Nicht nur,dass ich viele tolle Orte und Städte in dem wunderschönen Land gesehen habe, zusätzlich laufen Klassenarbeiten und Tests in Französisch seit meiner Rückkehr besonders gut.Das Schönste beim Nachhausekommen war es, meine Familie und Freunde nach drei Monaten endlich wieder in den Armen zu halten und bekannte Gesichter wieder zu sehen. Diese riesige Freude wäre ohne meinen Aufenthalt in Frankreich nicht möglich gewesen.

 

Ich möchte an dieser Stelle jedem empfehlen einen Austausch zu machen. Ein Austausch muss nicht unbedingt über lange Zeit gehen. Man kann nie wissen wie die Gastfamilie ist, ob man sich mit ihr versteht oder nicht. Auch Austauschschüler, die nicht zufrieden waren, konnten am Ende verdammt stolz auf sich sein und andere wollten sogar gar nicht mehr nach Hause. Ich hoffe ebenfalls eines Tages wieder La Rochelle besuchen zu können, denn auch die wunderschöne Stadt ist zu meinem Zuhause geworden.

Johanna Mill (KL. 10.3)- externer Beitrag

Selbstexperiment - Eine Woche Vegetarier sein

Seit einiger Zeit habe ich mich gefragt, wie es sein könnte, mich vegetarisch zu ernähren. Ständig wird im Fernsehen über diese Lebensweise diskutiert und ab und zu werden auch mal Demonstrationen von der PETA oder privaten Aktivisten veranstaltet. Niemals hätte ich mir vorstellen können, allein schon eine Woche ohne Fleisch zu leben, weil es mittlerweile ein fester Bestandteil meines Lebens ist und ich es mir nicht wegdenken kann. Auch wenn es nur eine Woche ist. Aber trotzdem habe ich darüber nachgedacht, mal eine kurze Pause einzulegen. Schließlich werden die meisten Tiere in der Massentierhaltung ordentlich mit Medikamenten zugepumpt und leben im Durchschnitt auf einem Quadratmeter, was ja kein wirkliches Leben ist. Und dass das schlechte Auswirkungen auf uns haben wird, war mir längst klar. Doch meinen inneren Schweinehund zu überwinden und eine Woche kein Fleisch zu mir zu nehmen, erschien mir erst als zu schwer. Bis ich es einfach ausprobierte…

 

 

Am ersten Tag meines Selbstexperiments hatte ich noch keine Probleme damit, auf Fleisch zu verzichten. Auch am zweiten und dritten Tag hatte ich kaum ein Verlangen nach Fleisch, obwohl ich es sonst fast jeden Tag gegessen habe. Es war zwar schon etwas komisch oder eher ungewohnt, seit drei Tagen kein Fleisch gegessen zu haben, aber ansonsten war alles in Ordnung. Doch am vierten Tag des Experiments setzte so langsam das Verlangen nach etwas Fleischigem zwischen meinen Zähnen ein. Besonders nachmittags nach der Schule war es, als wenn etwas fehlte. Zum Mittag kein Fleisch und abends ebenfalls nicht. Ein bisschen traurig hat mich das ja schon gemacht. Am fünften Tag, einen Freitag, hatte ich wirklich schon Entzugserscheinungen. Ich traf mich nach der Schule mit einer Freundin, um mit ihr in die Stadt zu gehen. Und überall um mich herum sah ich nur noch Fleisch. Es fiel mir wirklich schwer, mich zusammenzureißen und nicht einfach einen kleinen fleischigen Snack zu kaufen. Allen, mit denen ich abhing, schüttete ich quasi mein Herz aus und erzählte ihnen davon, wie schwer es doch für mich sei, nicht mal eben einen Döner in der Mittagspause mitessen zu können. Meine Besten ärgerten mich sogar damit und hielten mir einen Hotdog aus der Cafeteria vor die Nase.

Und dann kam das Wochenende: der wirklich schwerste Part. Teilweise dachte ich permanent daran, bald wieder Fleisch essen zu können. Dass es wirklich so hart sein würde, hätte ich nicht gedacht. Sogar im Fitnessstudio zog bei offenem Fenster der Dönerduft durch die Lüftung ins Gym. Ich hatte das Gefühl, das Fleisch würde mich überall hin verfolgen. Also riss ich mich zusammen und holte mir stattdessen einen knackigen Salat. Allerdings schmiedete ich mit meinem Vater schon Pläne und wir beschlossen, dass nach dem Ende des Experimentes erst einmal am Montag gegrillt wird. Sonntag: Ich freute mich den ganzen Tag darauf, dass der letzte Tag anbrach und ich am nächsten Tag endlich wieder mein heißgeliebtes Fleisch bekommen würde. So dachte ich zwar wieder extrem oft daran, dieses Mal aber mit Vorfreude, es bald hinter mir zu haben.

 

Paprikaschote mit Quinoa statt Hackfleisch

 

Montag war dann Schluss mit dem „Vegetariersein“. Nachdem ich dann mein gegrilltes Putenfilet bekam, war ich vollkommen zufrieden und mein Verlangen gestillt. Der Fakt, dass ich wirklich SO abhängig von Fleisch bin, war ziemlich erschreckend. Trotzdem bin ich froh, dieses Experiment durchgeführt zu haben. So konnte ich mal einen kurzen Einblick in das Leben eines Vegetariers bekommen. Der Gedanke, mein restliches Leben freiwillig auf Fleisch zu verzichten, war aber befremdlich. Diese eine Woche war total okay, aber nie wieder Fleisch? Neee, lieber nicht. Es gibt zwar genügend Alternativen, wie zum Beispiel Fleisch durch Quinoa zu ersetzen (was meine Mutter und ich auch taten), aber irgendwann würde ich das Fleisch dann auch wieder vermissen. Durch den Selbstversuch habe ich beschlossen, meinen Fleischkonsum ab sofort etwas zu reduzieren und mehr auf Alternativen einzugehen.

Letztendlich würde ich es aber jedem empfehlen, mal ein paar vegetarische Tage festzulegen. Dem Einen oder Anderen fällt es mehr oder weniger schwer, mit einem eingeschränkten Fleischkonsum klarzukommen. Meine Mutter beispielsweise, die auch an dem Experiment teilnahm, hatte überhaupt keine Probleme damit, sich daran zu halten. Wie gesagt, gibt es ja auch genügend Alternativen zum Fleisch, die man mal ausprobieren kann...

 

(Bildquelle: https://www.daskochrezept.de/rezepte/gefuellte-paprika-mit-quinoa_214723.html

http://www.massentierhaltung-abschaffen.de/mth-gefl.html)

 

 

LG

Was andere denken, was ich mache...

Was meine Eltern denken, wenn ich für TV Schwerin einen Beitrag drehe:

 

Was meine Freunde denken, wenn ich für TV Schwerin einen Beitrag drehe:

 

Was meine Oma denkt, wenn ich für TV Schwerin einen Beitrag drehe:

 

Wie meine Arbeit aber tatsächlich aussieht:

 

NK

Quellen: 

 

http://www.jrmyprtr.com/wordpress/wp-content/uploads/2013/10/media-interview-WRAL-reporter.jpg

https://media-cdn.holidaycheck.com/w_1280,h_720,c_fit,q_80/ugc/images/46c60b8c-e437-36b5-8788-23b530333ea4

http://www.workboard.com/master-team-meetings/images/meeting-peoples.png

https://www.scook.de/image/358206/scook5x3/720/432/5dcb21296984af7587122ad26d8d3fc5/MH/schueler-schreibtisch-ausarbeitung.jpg

 

 

Was meine Eltern in der Küche sehen, wenn ich koche: 

 

Was meine Freunde in der Küche sehen, wenn ich koche: 

 

Was ich in der Küche sehe, wenn ich koche: 

 

MM

Was meine Eltern denken, was ich mache, wenn ich in meinem Zimmer bin: 

 

Was meine Freunde denken, was ich mache, wenn ich in meinem Zimmer bin: 

 

Was ich wirklich mache, wenn ich in meinem Zimmer bin: 

 

MM

 

Interview mit Marvin Runge

Marvin Runge ist ein guter Freund von Tim W. aus der Redaktion der Schülerzeitung. Er spielt seit 2 ½ Jahren beim Hansa Rostock und hat in seiner 12- jährigen Fußballkarriere einen sehr guten Lauf. Angefangen hat er ganz klein beim MSV Pampow. Danach ging er zum FC Eintracht Schwerin (Heute: FC Mecklenburg Schwerin) und ab der Mitte des Jahres 2014 ging er aufgrund sehr guter fußballerischer Leistung zum FC Hansa Rostock. Im Verlauf dieses Berichtes lernt ihr etwas über ihn und seinen Weg als Fußballer kennen.

 

Das Interview: