Interviews

Interviews mit Ehemaligen

Schulzeit auf dem Goethe-Gymnasium:

Erinnerungen, die ein Leben prägen Von Annett Meiritz, Abitur-Jahrgang 2000

Ein Aufruf unter Freundinnen katapultiert das Gedächtnis zurück in die Vergangenheit. Was ihnen denn so einfiele, wenn sie an das Goethe-Gymnasium zurückdenken, tippe ich ins Telefon und schicke die Nachricht an Klassenkameradinnen von früher. Sofort kommt eine Flut der Erinnerungen zurück. An die Schülerzeitung namens „Juckreiz“ zum Beispiel, in der immer die unterhaltsamsten Lehrer-Zitate gesammelt wurden. Oder daran: Fleischfarbene Strumpfhosen sollte man bei Konzerten mit dem Jugendchor tragen. Dieses Detail hatte ich bislang erfolgreich verdrängt. Überhaupt, die Chorkleidung! Design-ästhetisch war sie bestimmt gut gemeint. Und tatsächlich hatte es im Rückblick etwas sehr Verbindendes, sich kollektiv hinter einer zugigen Empore in knisterndes Polyester mit Rüschen und Bundfalten zu schmeißen, um für das Publikum präsentabel zu sein.

Je mehr Nachrichten der Schulfreundinnen einlaufen, desto mehr fühle ich mich wieder wie 14. Die Erinnerungen sind plötzlich ganz präsent: An die Weihnachtskonzerte in der Paulskirche, die Chorlager in Plau, Mölln und Klein-Labenz (was wir damals, jugendlich kreativ, zu “Daimler-Benz” verballhornten). An Hausaufgaben im Musik-Trakt, aus dessen Türen immer irgendwo eine Stimmprobe, eine Gesangs- oder Klavierstunde schallte. An das Lächeln von Peter Dethloff, wenn er den Kinderchor leitete, an Atemübungen mit der unermüdlichen Christiane Sobke, an fantastische Tasten-Improvisationen von Werner Doßmann. An das Smiley-Gesicht in Neongelb, das Bernd Spitzbarth auf das Innenfutter seines Jackets klebte und Sekunden vor dem Anstimmen lüpfte, damit seine Truppe nicht dreinschaut wie der Singkreis einer Beerdigung.

Die vielen Details sind Fragmente aus einem anderen Universum, einer längst abgeschlossenen Zeit. Und doch ist die Vergangenheit nicht verschwunden, sie ist nur verschütt gegangen. Manchmal muss man nach ihr graben, damit sie sich im Tageslicht zeigt. Und wenn sie dann zum Vorschein kommt, dann nur dank der Bande, die bis ins Erwachsenenleben halten. Schließlich hat man vor seinen Mitschülerlnnen so viel offenbart wie vor wenigen anderen Menschen. Man hat schlechte Witze gerissen, auf dem Klo geheult, Modesünden über den Schulhof getragen, sich die Haare verfärbt, den Schwarm aus der Oberstufe angeschmachtet, man war zuweilen aufmüpfig und ein bisschen peinlich. All das wissen die Klassenkameraden von früher. Die allermeisten von ihnen werden einen trotzdem fest umarmen, wenn man sich zufällig oder geplant wiedersieht. Die Menschen, mit denen man die Schulzeit geteilt hat, kennen einen anders als alle, die später ins Leben traten: Arbeitskolleglnnen, Ehepartnerlnnen, Bekannte aus der Ausbildung oder dem Studium. Auch, wenn man sich über Jahre nicht gesprochen oder ganz aus den Augen verloren hat, teilt man einen wichtigen Abschnitt seines Lebens.

Dabei gehört es zum Erinnern die Erkenntnis dazu, dass nicht immer alles nur rosig war. Die Jugendjahre sind bei den wenigsten Leuten konstant schön. Man schwimmt in Veränderungen, ist mit dem Erwachsenwerden beschäftigt. Dazu kommt, dass das Heimatgefühl viele Facetten haben und sich im Laufe der Jahre verändern kann.

Manche der Goethe-Absolventen sind nach der Schule in der Gegend geblieben, oder sie sind nach einiger Zeit der Abwesenheit zurückgezogen. Andere haben die Region gänzlich verlassen und wohnen in der Ferne, des Berufs, der Neugier oder der Liebe wegen. Nicht wenige haben Kinder, die selbst schon zur Schule gehen.

Und trotzdem prägen diese alten Zeiten noch immer, ein Leben lang. „Auf dem Goethe” ist Formel für eine Schule, in der es viel Herzlichkeit gab. ln der Lehrerinnen nachfragten, wenn mal was nicht rund lief. ln der die kreative Energie der Chöre, der Big Band oder des Tanztheaters die Alltagskonstante für viele Schülerinnen war. Es ist kein Zufall, dass nicht wenige Musik und Kunst in ihr Erwachsenenleben überführt haben. Manche von ihnen sogar professionell im Beruf, als Lehrerin, in der Oper oder als Teil einer Band.

lm Rückblick bleibt vor allem Respekt und Dankbarkeit. Das Goethe-Gymnasium Schwerin mag viele Umbauten und Renovierungen hinter sich haben, doch im Kern ist es noch heute eine Schule, in der es mehr Gemeinschaft als Spaltung gibt. Und die seit 70 Jahren Kinder und Jugendliche durch die Höhen und Tiefen des Heranwachsens begleitet. Das sind die allerbesten Voraussetzungen für die nächsten 70 Jahre.

Interview mit Ayla Grimm

Am 3. März 2019 habe ich ein Interview mit Ayla Grimm, einer ehemaligen Schülerin des Goethes geführt. Momentan wohnt sie in Rostock, weshalb wir uns telefonisch unterhielten.

In welchem Abschlussjahrgang warst du?

2015

Wie war dein Abi Durchschnitt?

3,1 war mein Abi Durchschnitt.

Was hast du seit deiner Schulzeit gemacht?

Ich habe Sozialwissenschaften in Rostock studiert und  schließe das jetzt ab. Ich habe 2018 noch mit meiner Ausbildung begonnen und mach das Studium nebenbei noch fertig.

Hast du noch Kontakt zu ehemaligen Schulkameraden?

 Ja, ich habe schon noch Kontakt zu ein paar, nicht zu sehr vielen, aber mit denen ich damals mehr zu tun hatte. Wir haben nicht alle das gleiche studiert und sind eigentlich recht verteilt, aber wir versuchen trotzdem den Kontakt zu halten, weil es sonst schade wäre. Man hat halt die ganze Schulzeit miteinander verbracht, war befreundet, hat viel miteinander unternommen und wenn das jetzt nicht mehr so wäre, dass man Kontakt hat, dann wäre das traurig. Wir versuchen immer Kontakt zu halten und uns ab und zu noch mal zu sehen und zu treffen.

Was ist deine beste und was ist deine schlechteste Erinnerung an deine Zeit auf dem Goethe?

Meine schlechteste Erinnerung ist auf jeden Fall der Matheunterricht in der Oberstufe. Das ist definitiv meine allerschlechteste Erinnerung, die ich aus der Schulzeit mitgenommen habe.

Meine beste Erinnerung war der letzte Schultag. Einfach das Wissen, dass das jetzt der letzte Schultag war, dass man den Stress nicht mehr hatte, dass alles von einem abgefallen ist und man froh war, dass die Schulzeit vorbei ist. Es hat mega viel Spaß gemacht und alle hatten gute Laune. Auch die Zeit mit den Freunden war schön. Wir haben so viel gelacht und rumgealbert im Unterricht. Hervorzuheben sind besonders Celine, Vanessa und Lisa. Das waren meistens meine Sitznachbarn.

Die Chemiestunden bei Herr Schlorf waren auch echt super.

Was war für dich das prägendste Erlebnis mit einem Lehrer?

Das ist eine schwierige Frage. Weiß man das noch so? Das prägendste Erlebnis mit einem Lehrer?

Man war so viele Jahre an der Schule, da gab es bestimmt einige prägende Erlebnisse.

Ich erinnere mich ganz gerne mal an den Unterricht mit Frau Haar. Frau Haar mochte ich eigentlich ganz gerne und ihren Unterricht auch. Es hat immer Spaß gemacht und bei ihr hatte man die Möglichkeit, viel mitzuarbeiten. Sie hat einen auch gefordert, das ist gar nicht schlecht. Auch, wenn viele das nicht immer so sehen.

Welches war dein Lieblingsfach?

 Mein Lieblingsfächer waren Biologie und Deutsch. Bio einfach, weil ich gute Noten hatte und es auch nicht uninteressant ist. Was ich in Bio richtig gerne mochte, war das Thema Genetik. Das war total spannend, wie das alles vererbt wird und was da dominiert und so.

Mir lag Deutsch auch gut, das mochte ich gerne. Es war da immer entspannt mit Frau Lübcke. Es lag halt auch teilweise an den Lehrern, dass man die Fächer so gerne mochte und das war auf jeden Fall bei mir in Deutsch der Fall.

Was hat dir die Schulerfahrung am Goethe für dein jetziges Leben gebracht?

Ich finde man sollte sich nicht immer diesen Stress machen, was die Noten anbelangt. Also sich da nicht den Kopf drum machen und auch wenn es mal eine schlechte Note gibt, nicht den Kopf hängen lassen. Wie man auch an meinem Abi sieht und ich habe trotzdem was draus gemacht und trotzdem was geschafft, weißt du? Das hängt nicht immer nur mit den Noten zusammen, sondern auch einfach, wie man sich gibt und verhält. Man muss schon wissen, wo man hin möchte und dann kann man das auch ohne gute Noten schaffen. Bei uns hat man das gemerkt, wie die sich da alle in der Oberstufe verrückt gemacht haben wegen dem Abi. Das bringt aber letzten Endes gar nichts. Klar hast du schon bessere Chancen was zu erreichen, aber wenn du was machen möchtest, dann schaffst du das auch so.

Würdest du gerne jemanden von der Schule wiedersehen bzw. wissen wollen, was derjenige jetzt macht?

Von den Leuten aus meiner Oberstufe würde ich alle gerne mal wiedersehen und auch wissen wollen, was die so machen. Da freue ich mich schon, wenn vielleicht irgendwann mal was wie Klassentreffen ist oder so eine Art Oberstufentreffen.

Von den Lehrern würde ich auch einige ganz gerne mal wiedersehen, ja. Frau Haar zum Beispiel, Frau Winkler, Frau Lübcke oder auch zum Beispiel Frau Juchem. Frau Hocke und Frau Hartung waren auch immer ganz nett. Also schon so ein paar, die man gerne mal wiedersehen würde.

Da ist dann natürlich die Frage, ob die sich noch an einen erinnern.

Könntest du uns abschließend noch ein persönliches Akrostichon mit dem Namen der Schule bilden?:

 

Herausforderun G

                    V O rbereitung

                       E inmalig

                       T heateraufführungen

                       H ausaufgaben

             Freund E

 

Das war auch schon die letzte Frage. Danke für das tolle Gespräch.

 

 LN 

 

 

Abschlussjahrgang 2017

1. Was war dein Abschlussjahrgang?

2017

2. Was war dein Abiturdurchschnitt?

1,3

3. Wie war dein Werdegang?

Ich ging in den Kindergarten in Warsow, seit ich 4 war habe ich Rythmische Sportgymnastik gemacht. Mit 5 habe ich angefangen Flöte zu spielen. Dann ging ich in die Grundschule in Pampow und hatte seit der 3ten Klasse Flötenunterricht am Konservatorium. Nach der 4ten Klasse bin ich ans Goethe in die Musikklasse gegangen. Dort habe ich alles mitgenommen, Chorfahrten ins Ausland, Gesangsunterricht und ab der 6ten Klasse Tanztheater Lysistrate. Mit 14 habe ich mit der Rythmischen Sportgymnastik aufgehört und bin dann ab der 9ten Klasse in eine normale Klasse am Goethe gegangen. Meine Noten wurden super, als der ganze Stress mit Musik weg war. Nach der 10ten Klasse (also 2014) bin ich für ein Jahr nach England gegangen und habe dort in Lancaster in einer Gastfamilie gewohnt und bin dort auf ein katholisches College gegangen. Als ich 2015 wiedergekommen bin war ich dann in der 11. Klasse, habe 2017 Abi gemacht und die letzten zwei Jahre in der Schule haben mir mega Spaß gemacht. Jetzt studiere ich im 3ten Semester Englisch und Geschichte auf Lehramt an der Tschechischen Universität Braunschweig und liebe mein Studium, die Stadt und die Leute in Braunschweig. Meine Semesterferien verbrine ich gerade in Italien und mache hier 2 Monate ein Praktikum an einer italienischen Schule.

4. Mit wem hast du noch Kontakt?

Ich hab noch Kontakt zu ungefähr 4 Freunden vom Goethe, die ich ab und zu auch mal sehe. Außerdem noch zu meinem Freund den ich mit 17 in der Schule kennengelernt habe, mit dem bin ich auch noch heute zusammen. Ansonsten eben nur so wenn man jemanden zufällig trifft, wenn man in Schwerin zu Besuch ist oder so, dann unterhält man sich ein bisschen.

5. Deine beste/schlechteste Erinnerung?

Meine beste Erinnerung ist echt die Abi-Zeit. Das Gefühl so in den letzten Wochen der Schule ist einfach unvergleichlich, man hat echt das erste Mal im Leben das Gefühl etwas abgeschlossen zu haben was für die Zukunft wichtig ist. War zmindest bei mir so ;-).

Meine schlechteste Erinnerung... Wahrscheinlich die Ausraster von Herrn Spitzbart als ich noch in seinem Kinderchor war in der 7ten und 8ten Klasse.

6. Was war dein prägendstes Erlebnis mit einem Lehrer?

Ich hatte die allerbesten Lehrer. Einmal Herrn Ahnefeld, der war mein Klassenlehrer für zwei Jahre und der hat uns als Klasse mehrmals zu sich eingeladen zum Grillen unnd entspannen und erzählen, Klassenfotos angucken und so der war wirklich der beste! Außerdem meine Tutorin aus der 11ten Klasse Frau Gäde, die ist ein richtiges Vorbild für mich. Prägend mit ihr war glaube ich die Kursfahrt nach Madrid.

 

Interview mit Anna Vojik

Welcher Abschlussjahrgang bist du?

Ich habe mein Abi letztes Jahr 2018 gemacht.

Verrätst du uns, was du für einen Durchschnitt im Abi-Zeugnis hattest?

1,8

Und welchen Weg hast du nach dem Abi eingeschlagen?

Nachdem ich nach den Prüfungen noch ein paar Monate gearbeitet habe, mache ich jetzt gerade mein Work&Travel in Neuseeland.

Das klingt echt super! Mit wem vom Goethe bist du denn noch in Kontakt?

Mit all meine Freunden eben.

Und was waren so deine besten und deine schlechtesten Erfahrungen?

Innerhalb von 8 Jahren ist echt einiges an Erinnerungen und Erfahrungen zusammen gekommen. Ich weiß jetzt so auf die Schnelle echt nicht, was die beste ist.

Aber was echt schön war, war unser Klamaukappell. Zum einen, als wir unsere gesamten Aufzeichnungen aus der Schulzeit im Foyer runtergeschmissen haben, aber auch, als der ganze Jahrgang in der Aua zusammen getanzt hat. Die Semesterkonzerte waren auch immer echt nice. Eine wirklich „schlechteste“ Erinnerung hab ich jetzt nicht. Halt nur sowas wie den Stress in der Schule, den ständigen Leistungsdruck und den Konkurrenzkampf. Aber das ist ja jetzt kein spezielles Problem, das es nur am Goethe gibt, sondern viel mehr ein Problem des Bildungssystems.

Das ist wohl wahr! Aber trotzdem hast du ja eine Menge erlebt. Was war denn das prägendste Erlebnis aus deiner Zeit am Goethe?

Das war auf jeden Fall der eine Abend auf unserer Studienfahrt in Dresden. Da haben die Lehrer uns gesagt, dass ab 22.30 Nachtruhe ist. Dann hat sich aber doch mehr als die Hälfte des Jahrgangs rausgeschlichen. Dann sind wir halt alle da zum Elbufer.

Die Lehrer haben halt zuerst alle die ganze Zeit uns zu erreichen und haben dann irgendwann die Dresdner Polizei gerufen. Die haben uns dann abgeholt.

Am nächsten Tag gab es dann eine Besprechung, das war nicht so cool. Die Lehrer waren ziemlich sauer. Das war auf jeden Fall das prägendste Erlebnis meiner Schulzeit.

Also jetzt nicht so für meine Leben, klar, aber so im witzigen Sinne.

Diese Frage muss jetzt sein. Was war dein Lieblingsfach und was dein Lieblingsort in der Schule?

Mein Lieblingsfach war definitiv Tanztheater. Und meine Lieblingsort war der Tanzsaal von Lysistrate. Ich vermisse es echt doll.

Was hast du von deiner Zeit am Goethe für dein späteres Leben mitgenommen?

Ich habe die Vielfalt am Goethe über die Jahre echt zu schätzen gelernt. Ich meine, wir haben so viele Chöre, so viele Bands, Taggs, das Tanztheater, Stimmbildung und noch vieles mehr. Es war immer ein tolles Gefühl zu wissen, dass es  so viele Menschen gab und gibt, die die selben Interessen haben. Das verbindet mit der Zeit einfach unglaublich. Außerdem habe ich dadurch auch so viel gesehen, erlebt und gelernt - sei es mit dem Chor oder mit dem Tanztheater. Ich find es einfach cool, dass durch das kulturelle Interesse an der Schule sowas wie eine Community entsteht. Das hört sich zwar mega kitschig an. Aber wenn dann bei irgendwelchen Aufführungen oder Semesterkonzerten alle Leute, ganz gleich aus welcher Klassenstufe, zusammenkommen und einfach eine mega gute Stimmung herrscht, dann weiß man, dass das auch das Goethe ausmacht.

Gibt es denn Personen vom Goethe, denen du gerne mal wieder begegnen würdest oder bei denen du wissen wollen würdest, was er/sie macht?

Von denen Schülern jetzt nicht so, denn ich habe zu meinen Freunden und allen Menschen, die mir wichtig sind, Kontakt. Aber mich würde tatsächlich mal interessieren, wie es den ganzen Lehrern so geht.  Zum Beispiel so Lehrern, mit denen ich in der 5. Und 6. Klasse hatte, die dann aber irgendwann von der Schule gegangen sind.

Was bedeuten die Buchstaben des Wortes „Goethe“ für dich?

             G anztagsbeschäftigung

          C O nny

  Schulstr E ss

Organisa T ionsniete

     Tanzt H eater

         Mo E lln

Mein erster Tag im Goethe

Ich heiße Leni Möller, bin jetzt  11 Jahre alt und besuche die 6. Klasse. Vor eineinhalb Jahren bin ich an das Goethe Gymnasium gekommen. Ich hatte mich zuvor für diese Schule beworben, weil ich Musik sehr mag und Klavier spiele. Ich war unendlich glücklich, als ich die Zusage von der Schule erhielt.  Dann war er da…der erste Schultag an meiner neuen Schule.  Ich war an diesem Tag total nervös. Ich kannte mich nicht aus und war gespannt, ob ich in meiner neuen Klasse neue Freunde finden werde. In der Aula wurde entschieden, welche Kinder in welche Klasse gehen, und wer der Klassenlehrer ist. Ein Mädchen meiner „alten“ Klasse aus der Friedensschule kam genau in meine neue. Da habe ich mich wirklich gefreut. Es sind vielmehr Mädchen als Jungs in meiner Klasse. Das ist wirklich total anders als an meiner alten Schule. Wir haben nur 4 Jungs. Unsere neue Klassenlehrerin hat uns dann anschließend die Schule gezeigt und die Wege erklärt. Das war am Anfang ganz schön viel und ich hatte Angst, mich zu verlaufen. Die Schule erschien mir riesig.  Als wir unseren Stundenplan bekamen, standen überall die Raumnummern drauf und trotzdem fand ich es schwierig, mich zu orientieren. Inzwischen habe ich mich längst eingelebt und weiß, wo alles ist. Besonders spannend fand ich damals, ob ich wohl meinem Bruder begegnen werde. Der geht nämlich auch an die Schule und ist 4 Jahre älter als ich. Und dann ist da ja noch die Cafeteria.  Die finde ich so toll. Alles ist so modern und es gibt Kuchen. Das finde ich super.  Schon am Tag der offenen Tür fand ich den Schulhof cool. Er ist groß und es gibt viele Ecken und Plätze, wo man sich entspannen kann. Ich bin immer noch glücklich an meiner Schule und würde immer wieder hierher wollen. Sie ist eben ganz besonders! :-)

Faust – Ein Monodrama

Am 08. März 2019 wurde für die 10. Klassen in der 3./4. Stunde das Monodrama (auch Einpersonenstück genannt) am Goethe – Gymnasium Schwerin aufgeführt. Nach dem sehr guten und unterhaltenden Theaterstück ergriffen wir die Chance, den Schauspieler, Nils Höddinghaus, zu interviewen.

Wie haben Sie ihre berufliche Leidenschaft entdeckt, auf der Bühne zu stehen?

In der Schule. Ich war ein sehr schüchterner Schüler und dann hatten wir irgendwann einen Dramakurs. Da haben wir Shakespeare gespielt und ich hatte eine der Hauptrollen. Und das war meine Coming Out Party, dann hab ich Blut geleckt. Und dann bin ich relativ schnell nach der Schulzeit auf die Schauspielschule gegangen.

Wie kamen Sie zu dem Einpersonenstück „Faust“?

Das Einpersonenstück ist von Thilo Schlüßler, der hat diese Version von Faust quasi geschrieben. Und das ist ein Regisseur, der war bei uns am Theater. Ich war in Parchim ganz lange am Theater. Und der hat das früher selber gespielt, aber hat dann irgendwann gesagt, dass er dafür zu alt sei und wollte es dann weiter geben an die jüngeren Leute. Und dann hatte es vor mir noch jemand anderes und dann hab ich es von dem übernommen. Also ich hab es quasi bekommen, weil ich an einem Theater fest gearbeitet habe und da wurde mir angeboten, dass ich das mache.

Spielen Sie immer nur das Stück?

Ne. Ich bin jetzt mittlerweile nicht mehr an dem Theater, aber wenn du am Theater engagiert bist, spielst du jeden Tag was anderes.

Wollten Sie schon immer Schauspieler sein?

Ne, ich wollte erst Sportprofi werden, aber das hat nicht hingehauen. Weil ich zu faul war.

Würden Sie sich für den Beruf wieder entscheiden?

Ja, auf jeden Fall, das ist ein super Beruf. Ich hab damit auch angefangen, weil ein guter Freund vor mir gesagt hat: „Eigentlich sollte jeder, ob er nun Schauspieler werden will oder nicht, mindestens einmal auf eine Schauspielschule gehen.“ Weil dich das total weiterbringt, was deinen Charakter angeht. Du lernst so viele Dinge über dich selber, über andere Leute. Das würde ich jedes Mal wieder machen. Man kriegt viel mehr Selbstbewusstsein, man kann viel besser mit Kritik umgehen, also wenn dir einer sagt: „Eh, das fand ich nicht so gut“, dann kann das hart sein, aber man lernt damit umzugehen. Und das ist super.

Was gefällt Ihnen an ihrem Beruf?

Mir gefällt an dem Beruf, dass ich dafür Geld bekomme.(lacht) Ne also das beste Gefühl war wirklich immer, dass man sobald die Tür zum Theater aufgeht, denkt: „Also ich kriege für das hier Geld und das ist nur Spaß. Und dafür bezahlt zu werden, ist genial.“

Was gefällt Ihnen an ihrem Beruf nicht?

Ehm.. ja, das ist eine gute Frage. Ich bin kein guter Textlerner, also im Text-Lernen bin ich nicht so gut. Ich konnte das in der Schule früher auch nicht so - Vokabeln lernen. Also, dass man sich mit dem Text hinsetzt und sich reinpaukt. Ich kann das eher besser, wenn man bei der Bewegung lernt. Also man spielt das Stück quasi schon und improvisiert dann bisschen rum und während dessen lernt man den Text, das ist einfacher. Ich mag das Textlernen nicht so gerne.

Haben Sie schon mal eine Figur in einem Theaterstück abgelehnt? Wenn ja, wieso?

Ne hab ich nicht. Das kann man sich auch nicht wirklich aussuchen. Also Stücke ablehnen. Aber wenn du fest am Theater spielst, dann gibt es da eine Dramaturgie und die suchen für jede neue Spielzeit neue Stücke raus und die werden dann gespielt. Die Besetzung steht dann an so einem Plan und da steht dann so: Höddinghaus spielt jetzt Hamlet.

In welche Theaterfigur wollen Sie unbedingt mal eintauchen?

Ich will unbedingt mal Macbeth spielen von Shakespeare. Das ist meine Traumrolle.

Wie viele Auftritte haben Sie in einem Monat?

Im Moment nicht mehr so viele, weil ich nicht mehr am Theater bin. Also ich hab zum Beispiel Faust vorher über 100 mal gespielt, aber jetzt seit einem ¾ Jahr nicht mehr. Aber wenn man wirklich zu Hochzeiten am Theater ist, dann spielt man drei vier Stücke in der Woche. Und den Rest der Zeit wird geprobt. So ungefähr. Sind schon viele viele Stücke. Aber es kommt auch aufs Theater an, wie viele Schauspieler da noch sind.

In welcher Stadt befindet sich Ihr Lieblingstheater?

Mein Lieblingstheater ist das Thalia Theater in Hamburg. Das ist auch eins der größten Schauspieltheater in Deutschland und auch eins der renomiertesten. Aber ich hab selten eine schlechte Vorstellung im Thalia-Theater gesehen, deswegen mag ich das am liebsten.

Welches ist Ihr Lieblingsstück in der Theaterszene?  

Also ich find Faust natürlich gut, aber ich kann es langsam nicht mehr sehen. Aber ich glaube, da muss ich auch "Macbeth" sagen. Ich liebe dieses Stück, ich find es mega gut. Ich find aber auch Richard III. von Shakespeare ... ich bin großer Shakespeare-Fan. Alles von Shakespeare ist super.

Vielen Dank für das Interview!

 

AES und Leo

Interview mit Frau Behrendt zum Beruf des Lehrers

Celina (C) : Warum haben Sie den Beruf gewählt?

Frau Behrendt (B) : ,,Weil ich Menschen unterschiedlichster Art mag und die trifft man in der Schule zu Hauf. Ich habe schon immer gern mit Kindern zu tun gehabt und nicht zuletzt finde ich meine Fächer toll."

(C) : Was gefällt Ihnen denn besonders gut an Ihrem Job?

(B) : Dass er sehr abwechslungsreich ist, auch wenn Schüler denken, dass man da doch ständig dasselbe macht. Als Lehrer muss man sich oft auf unvorhergesehene Situationen einstellen und gut reagieren können. Ich mag es sehr, das Menschliche an diesem Beruf zentral zu sehen, denn es ist zwar eine Horde von Schülern, die in einer Klasse sitzen, aber da sitzen eben auch einzelne Persönlichkeiten, die gesehen werden wollen.

(C) : Und was gefällt Ihnen eher weniger?

(B) : Den Zensurenzwang mag ich nicht so, das Korrigieren, das damit in Verbindung steht, ebenfalls nicht. Und ich mag es nicht, dass Schüler, die man lange hatte, den Lehrer oft nicht mehr kennen, wenn sie keinen Unterricht mehr bei ihm haben.

(C) : Wie bereiten Sie sich auf den Unterricht vor?

(B) : Auf jeden Fall leidet meine Familie manchmal unter der Vorbereitung, weil es echt Zeit kostet, Unterrichtsstoff so aufzubereiten, dass es interessant für die Schüler ist. Gerade bei schwierigen philosophischen Texten in der Oberstufe ist das immer wieder eine Herausforderung.

Ich greife wenig in die Schublade und mache Dinge genauso, wie ich sie im Vorjahr gemacht habe. Das würde mich auf Dauer auch langweilen. Ich will ja selbst spannend finden, was ich da mache, sonst glaubt`s mir keiner.

(C) : Was finden Sie, ist denn besonders wichtig bei der Gestaltung des Unterrichts?

(B) : Dass ich es schaffe, die Schüler noch über den Unterrichtseinstieg hinaus motiviert zu halten. Außerdem möchte ich nicht zu starren Unterricht, sondern auf das reagieren, was der Klasse gerade Probleme bereitet oder das vertiefen, woran sie in dem Moment interessiert sind. Besonders mag ich, wenn Schüler noch über den Unterricht hinaus über etwas sprechen, was wir gerade thematisiert haben oder sogar mal eine philosophische Frage mit in die eigene Familie nehmen. Dann habe ich das Gefühl, auch irgendwas anzuregen und zu bewegen.

(C) : Was sind denn Ihrer Meinung nach, wichtige Voraussetzungen, die ein Lehrer haben sollte?

(B) : 1. er sollte Menschen mögen

  1. Interesse am Fach haben
  2. bereit sein, auch am Wochenende und abends zu arbeiten
  3. daran glauben, dass man mit den Erwachsenen von morgen eine bessere Welt schaffen

             kann

(C) : Was würden Sie sagen, sind aktuell die größten Herausforderungen des Lehrerjobs?

(B) : Elternarbeit, teilweise auch zunehmende Arroganz bei Schülern, Schritthalten mit der rasanten technischen Entwicklung der Welt und Aktualitätsbezug bzw. Relevanz des Unterrichtsstoffs zu vermitteln.

(C) : Wie bewerten Sie die / Ihre Arbeitsbedingungen? (Teil- oder Vollzeit?)

(B) : Ich arbeite seit ein paar Jahren in Teilzeit, weil ich zwei kleine Kinder habe und mein Mann sehr lange Arbeitszeiten hat. Vollzeit ist in MV ganz schön heftig, weil hier 27h Unterricht abzuhalten sind und man zusätzlich für Vertretungsstunden zur Verfügung steht (hinzu kommen Korrekturen, Unterrichtsvorbereitung, Elterngespräche, außerschulische Veranstaltungen, Dienstberatungen, Fachkonferenzen, Klassenbuchführung usw.)

Bei einer 40h Woche bleibt´s also nicht, so wie man beim Lehrer immer meint, der vermeintlich morgens recht und nachmittags frei hat.

(C) : Finden Sie Ihr Gehalt angemessen und sind sie damit zufrieden?

(B) : Ja, ich bin damit zufrieden. Aber es herrscht eine große Ungerechtigkeit, weil nicht alle

            Lehrer verbeamtet sind und somit auch nicht alle das gleiche Geld haben

(C) : Glauben Sie denn es wäre besser, wenn Verbeamtung für alle Pflicht wäre? Sind Sie verbeamtet?

(B) : Pflicht wäre, dass alle das gleiche Geld bekommen, unabhängig davon, ob sie in Ost- oder Westdeutschland arbeiten und unabhängig vom Alter. Verbeamtet wird nur bis 40 Jahre, somit falle ich unter die    Verbeamtung, aber zahlreiche ältere Kollegen eben ungerechter Weise nicht.

(C) : Wie zufrieden sind Sie mit den Kollegen und den Klassen?

(B) : Meine Kollegen mag ich größtenteils sehr, ich habe auch gute Freunde, mit denen ich mich privat treffe, unter den Kollegen. Ich arbeite gern im Team und nicht nur allein vor mich hin. Meine Klassen sind sehr unterschiedlich. In jeder fühle ich mich anders. Es kommt immer darauf an, wie man als Lehrperson angenommen wird, aber ich kann schon allen Klassen etwas Positives abgewinnen

(C) : Herrscht denn unter den Lehrern der Schule insgesamt Frieden oder ist es auch im Lehrerzimmer manchmal eher unschön, aufgrund von Diskussionen o.ä.?

(B) : Das sind Interna, über die man professioneller Weise nicht spricht... was hinter der Lehrerzimmertür passiert, bleibt auch hinter der Lehrerzimmertür. Nur so viel, wir sind auch alle nur Menschen.

(C) : Würden Sie den Beruf weiterempfehlen?

(B) : Auf jeden Fall! Hauptargumente Juli und August werden nämlich davon übertroffen, dass man sich in diesem Beruf sowohl selbst verwirklichen, als auch bei anderen etwas bewegen kann.

 

[Schülerin aus der 9. Klasse]

 

 

Der Traum von der eigenen Wohnung

Den Traum von der eigenen Wohnung, den kann bestimmt jeder Schüler nachvollziehen.

Wer würde denn nicht gerne alleine wohnen?!

Niemand, der einem vorschreibt, wann man nach Hause kommen soll, wann man ins Bett gehen soll und an freien Tagen kann man so lange im Bett liegen, wie man will.

Klingt doch super.

Doch wie wir alle wissen, gibt es immer zwei Seiten.

Und um zu wissen, wie es wirklich ist, alleine zu wohnen, habe ich mal den Anton Keller interviewt. Denn der lebt schon seit einiger Zeit alleine in einer WG in Schwerin.

Also Anton, jetzt sag doch mal, wie kommt es denn, dass du nicht bei deinen Eltern wohnst?

Anton: Also eigentlich wohne ich in Alt-Jabel. Das ist circa 65 km entfernt von Schwerin. Aber in Alt-Jabel und Umkreis gibt es keine Möglichkeit, ein Musik-Gymnasium zu besuchen. Da mir aber ziemlich schnell klar war, dass ich Musik studieren möchte, hielten meine Eltern und ich es für das Beste, dass ich eben ein solches Musik-Gymnasium besuche. Nun ist es aber natürlich mega anstrengend, wenn man jeden Tag zwei Stunden hin und zwei Stunden zurückfährt. Dann hat man nie Ruhe und kommt immer erst spät abends an. Das ist halt viel zu stressig und deshalb haben wir halt hier in Schwerin noch diese Wohnung.

Mensch, ey. Und wie lange ist das jetzt schon so? Also wie lange wohnst du jetzt schon alleine?

Anton: Boah, lass mich lügen. Also ich hab auch ne Zeit lang im Internat gewohnt. Das war glaub ich so in der neunten Klasse. Und ab der zehnten bin ich dann bei meinem Bruder in die Wohnung eingezogen. Bei dem war das ja auch genau dasselbe Problem wie bei mir. 

Wie alt warst du da?

Anton: Warte mal. Jetzt vor drei Jahren. Vierzehn. Ich war Vierzehn.

Warte, wann wirst du nochmal achtzehn?

Anton: Am 18.12.

Ok, zurück zum Thema. Wie wird das ganze finanziert?

Anton: Also, wenn die Eltern nicht gerade Geld k….. können, dann wäre das natürlich verdammt teuer. Aber weil ich ja auf einem bestimmten Bereich gefördert werde, bekomme ich Schüler-BAFöG. Das muss man übrigens auch nicht zurückzahlen.

Da haben deine Eltern ja Glück gehabt. Und wie kommst du so alleine zurecht?

Anton: Ja, ist halt übelst stressig. Natürlich ist es geil, weil man hat viel Freiraum hat und die Eltern bringen einem da schon großes Vertrauen bei. Denn eigentlich kann ich ja machen, was ich will, was ich aber natürlich nicht mache. Naja zum Glück ist mein Bruder jetzt weg, weil mit dem gab es dann immer noch die Streitfrage, wer den Abwasch macht und wer nicht. Es ist eben einfach anstrengend. Es wird immer alles so schnell zugemüllt. Das ganze Aufräumen immer, das macht halt echt überhaupt keinen Spaß. Aber wenn man es nicht selber macht, macht es eben auch niemand anderes. Eigentlich bräuchte ich eine Teilzeit-Muddi, die immer herkommt und den Abwasch macht. Kleiner Scherz.

Und wie versorgst du dich?

Anton: Naja, meine Eltern haben mir ziemlich schnell kochen beigebracht und ich hatte da eigentlich auch immer Spaß dran. Deshalb koch ich halt ziemlich viel. Meistens einfach drauf los, nicht unbedingt nach Rezept. Und ich versuch auch eigentlich immer alles zu verwerten. Es macht echt Spaß. Nur der Abwasch danach ist wie gesagt echt stressig. Aber wenn ich mich zu lange nur von Fertigfraß ernähre, dann geht’s mir irgendwann auch einfach echt nicht mehr gut.

So Anton, ich glaube, die vorgeschriebenen 200 Wörter hab ich jetzt voll. Ich danke dir für deine Zeit und bis morgen.

Anton: Hauuu reeeein!

 

H.P.

Interview mit Frau Lux

Wie heißen sie?

„Ich heiße Ines Lux und bin Lehrerin am Goethe Gymnasium für Deutsch und Russisch.“

Stellen Sie sich bitte einmal kurz vor:

„Ja, ich bin 54 Jahre alt, wohne zusammen mit meinem Mann und meinem 18-Jährigen Sohn in Schwerin. Ich habe viele Hobbys wie Theater, Bücher, Sport, treffe mich gerne mit Freunden und unternehme etwas mit der Familie. Hier am Goethe-Gymnasium bin ich nun schon seit 16 Jahren und vorher war ich Lehrerin am Sport-Gymnasium in Schwerin."

 Warum sind Sie ausgerechnet Lehrerin geworden und warum Deutsch und Russisch?

"Das wurde mir so ein bisschen in die Wiege gelegt, ich war in so einer Schule, an der Russisch ab der 3. Klasse unterrichtet wurde. Zudem war meine Mutter auch noch Grundschullehrerin, also bin ich so zusagen in der Schule aufgewachsen und dann war das für mich halt ein logischer Weg auch Lehrerin zu werden.“

 Beschreiben Sie sich einmal mit ein paar Worten.

„Ich finde mich optimistisch, begeisterungsfähig, vielseitig und durchsetzungsfähig.“

 Was würden Sie an dieser Schule verändern?

„Ich finde diese Schule toll, aber ich würde jedoch drei Dinge verbessern. Ich sage mal mehr Farbe an den Wänden, Klimaanlagen und einen Sportkomplex.“

 Würden Sie wieder Lehrerin werden?

„Auf jeden Fall, man erlebt jeden Tag etwas Neues und es wird somit nie langweilig.“

 Spielen Sie Computer oder Handyspiele?

„Ja, also zusammen mit der Familie habe ich auch schon mal Wii gespielt und auch schon Quiz Duell gegen meine Schüler auf Klassenfahrten, aber sonst eher weniger.“

 Fällt Ihnen das Aufstehen genauso schwer wie uns Schülern?

„Definitiv, aber spätere Schule ist auch keine Option, weil wir dann ja auch länger in der Schule bleiben. Da müssen wir halt alle durch."

 Ist in ihrem Unterricht schon mal etwas Lustiges vorgefallen?

„Ja, als einmal ein Schüler ein Haustier mitbrachte und das dann das Laufen bekam und dann alle angefangen haben zu schreien, das fand ich schon irgendwie lustig.“

 Was braucht man Ihrer Meinung nach um Lehrer/in zu sein/werden?

„Ja, natürlich die Begeisterungsfähigkeit für das Fach, welches man unterrichtet, man muss irgendwie so eine Ader haben, um mit Schülern umzugehen zu können und eine gute Organisation.“

 Haben Sie Träume im Leben?

"Ja, auf jeden Fall glaube ich, dass der Baikalsee noch auf mich wartet und andere ferne Ziele. Meine Ferien sind zwar schon lang, aber dann für solch ferne Ziele doch zu kurz."

 

Vielen Dank für das Interview.

MM, NLL

Interview mit Frau Kayser

Wie heißen Sie?

„Ich heiße Lena Kayser“

 Stellen Sie sich einmal kurz vor.

„Klar, also ich bin seit 2015 hier Lehrerin am Goethe Gymnasium für Englisch und Französisch. Bin 32 Jahre alt, verheiratet, habe seit einem Jahr eine kleine Tochter und bin letztes Jahr auch umgezogen, also ich wohne nicht mehr in Schwerin, sondern etwas außerhalb. In einem alten Haus, was ziemlich kaputt war und was ich und mein Mann dann mithilfe verschiedener Firmen zusammen saniert haben und was jetzt nach circa drei Jahren endlich fertig ist.“

 Warum sind Sie ausgerechnet Lehrerin geworden und warum gerade Englisch und Französisch?

„Ja, also ich wollte eigentlich schon immer Lehrerin werden, aber meine Eltern sind Lehrer und deswegen habe ich immer so gesagt, dass ich nicht auch Lehrerin werden möchte, weil man dann immer sagt. du bist Lehrerin, weil deine Eltern auch Lehrer sind und deswegen wollte ich was anderes werden und dann habe ich ganz lange überlegt, vielleicht etwas mit anderen Sprachen, weil ich nach dem Abi auch ganz lange im Ausland war und kam dann so in die Richtung internationales Management, weil man da auch viel reisen kann. Am Schluss bin ich dann aber zurück zum Lehrer gekommen, weil ich sehr gerne mit Kindern und Jugendlichen zusammenarbeite und weil ich finde, dass es total abwechslungsreich und einfach ein toller Job ist. Ja und Englisch und Französisch, weil ich einfach total gerne andere Kulturen mag, andere Sprachen mag und gerne reise.“

 Beschreiben sie sich doch einmal mit wenigen Worten oder Adjektiven.

„Ich würde sagen. ich bin ehrlich, neugierig und lerne gerne andere Leute kennen, andere Kulturen, bin auch gerne in der Natur und auch ein Familien-Mensch würde ich sagen."

 Was würden sie an dieser Schule verändern?

„Also, ich würde es schön finden, wenn wir hier auch in den Klassenraumen auch ein paar mehr Bilder aufhängen könnten, damit hier nicht nur alles so weiß und steril wäre. Aber ansonsten gefällt es mir gut.“

 Würden sie wieder Lehrerin werden?

„Ja auf jeden Fall, weil alles, was ich mir so erhofft hatte, bevor ich Lehrerin geworden bin, halt auch wahr geworden ist. Es macht halt echt sehr viel Spaß mit euch Schülern zusammen zu arbeiten.“

 Spielen Sie Computer oder Handyspiele?

„Nein, tatsächlich nicht, ich habe auch ein ganz altes Handy und bewusst auch, weil ich mich da nicht so abhängig von machen möchte, denn wenn man ein Smartphone hat, ist man ja auch dazu angerregt, damit etwas zu machen und das kann ich auch voll gut nachvollziehen, aber wenn man es nicht hat, dann ist man irgendwie frei davon.“

Fällt ihnen das Aufstehen genau so schwer wie uns Schülern?

„Ich denke ja mindestens genauso schwer“

 Ist schon einmal etwas richtig Lustiges vorgefallen?

„Na klar, also was mal passiert ist, dass ein Schüler in der Stunde eingeschlafen ist, ich hoffe es lag nicht am Unterricht, aber das war gerade so eine Phase, wo alle Schüler ruhig gearbeitet haben und dann schau ich ihn so an und denke mir nur so, der schläft doch jetzt nicht wirklich und der hat richtig tief und fest geschlafen und ich musste ihn aufwecken.“

 Was braucht man ihrer Meinung nach, um Lehrer zu werden oder zu sein?

„Ja, also ich finde man sollte eine gewisse Portion Humor besitzen, spontan sein und spontan reagieren können und man sollte gerecht sein, finde ich.“

 Was halten sie von dem Neubau der Schule nebenan?

„Ja, also sie ist ja noch nicht ganz fertig, aber ich denke, dass sie auf jeden Fall besser wird als diese alte Schule, die dort vorher stand und es bringt halt Vor-und Nachteile mit sich.“

Haben sie auch noch Träume?

"Natürlich, also mein größter Traum war schon immer mal auf einem Segelschiff um die Welt zu segeln und dass ist es eigentlich auch immer noch, also so eine richtige Weltreise, wo man alle Länder einmal besucht."

 

Vielen Dank für das Gespräch!

 

MM, NL

Interview mit Frau Herbrand-Escher

 Wie heißen sie?

„Ich heiße Susanne Herbrand-Escher“

Stellen Sie sich bitte einmal kurz vor.

„Ja also… ich bin hier Lehrerin für Englisch und Französisch, bin verheiratet, habe zwei Kinder und wohne in der Nähe von Schwerin. Meine Hobbys sind Lesen, Sport; vor allem Schwimmen und Yoga. Haustiere Habe ich auch und zwar eine Katze, die heißt Minou. Ich interessiere mich für Politik und für meine Umwelt. Zudem liebe ich Musik; sowohl klassische als auch moderne. Mein Lieblingssänger ist aktuell „Nick Cave and the bad seeds“. Ich esse am liebsten vegetarisch und mediterran.“

Warum sind Sie ausgerechnet Lehrerin geworden und warum Französisch und Englisch?

„Gute Frage. Ich bin die Älteste von drei Geschwistern und hatte schon immer die Aufgabe, auf diese aufzupassen und ihnen Neues beizubringen. Das Vermitteln von Neuem ist mir in die Wiege gelegt. Früher waren meine Lieblingsfächer die Naturwissenschaften, im besonderen Biologie und Chemie. Daher war eigentlich der Wunsch, Biochemikern zu werden. Ein Umzug und eine neue Schule änderten dies. Fremdsprachen, weil sie mir die Welt öffneten, denn ich habe in England, Frankreich, Portugal und Kanada studiert.“

Beschreiben sie sich einmal mit 4 Adjektiven.

„Ich finde mich ehrgeizig, kommunikativ, offen und zuverlässig.“

Was würden sie an dieser Schule verändern?

„Ich würde definitiv eine Klimaanlage einbauen, da es im Sommer in den Räumen trotz offener Fenster kaum auszuhalten ist.“

Würden sie wieder Lehrerin werden?

„Ja, auf jeden Fall. Ich liebe meinen Job und die die Arbeit mit den Kindern.“

Spielen sie Computer oder Handspiele?

„Computerspiele nicht, aber Handyspiele. Ich spiele Word Brain, Quizduell und Sudoku.“

Fällt ihnen das Aufstehen genau so schwer wie uns Schülern?

„Nein, ich leide bereits an seniler Bettflucht. Manchmal stehe ich halt etwas früher auf, gieße die Pflanzen in meinem Garten oder Spiele mit meiner Katze.“

Ist schon mal etwas Lustiges Vorgefallen?

„Es passiert praktisch wöchentlich etwas Lustiges. Ich könnte darüber ein Buch schreiben. Die lustigsten Schülersprüche schreibe ich mir auf. Dieses Schuljahr ist es zwar noch nicht viel, aber das kommt noch.“

Was braucht man ihrer Meinung nach um Lehrer/in zu sein oder zu werden?

„Gute Nerven, man muss Kinder und Jugendliche mögen, man braucht Humor und natürlich gutes Fachwissen.

 MM, NL

 

 

Lehrerinterview mit Frau Hoppe

Wie heißen Sie?

"Ich heiße Carmen Hoppe."

Wie lange arbeiten Sie schon als Lehrerin?

"Oh, da muss ich erstmal nachdenken... Seit 28 Jahren schon."

Warum wollten Sie gerade Lehrerin werden?

"Seit ich 12 bin war klar, dass ich Lehrerin werden will. Ich wollte es immer besser machen als meine Lehrer damals und wollte immer mit Menschen arbeiten."

Welche Fächer unterrichten Sie und warum?

"Russisch hat mir immer Spaß gemacht, deswegen wollte ich das studieren. Ärgerlicherweise unterrichte ich kein Russisch mehr heute. Englisch habe ich studiert, weil es mir leicht fiel und Kunstunterricht gebe ich nur, weil ich mich nachqualifizieren musste. Ursprünglich wollte ich die Kunst als mein Hobby lassen."

Gefällt Ihnen das Goethe?

"Ja, sehr sogar! Die Schüler identifizieren sich mit ihrer Schule und stehen voll und ganz hinter ihr! Außerdem hat man als Lehrer auch ein wirklich sehr gutes Verhältnis zu den Schülern und kann sie, beispielsweise durch TAGGS, besser kennenlernen."

Fällt Ihnen das frühe Aufstehen auch so schwer, wie uns Schülern?

"Naja, es wird mit der Zeit leichter. Man findet seinen Schlafrhythmus."

Was machen Sie in Ihrer Freizeit?

"Ich male sehr gerne und spiele seit über 30 Jahren aktiv Volleyball. Ansonsten lese ich gerne oder beschäftige mich mit Handarbeiten, wie mit dem Stricken zum Beispiel."

Ist bei Ihnen im Unterricht jemals etwas Amüsantes vorgefallen?

"Oh ja. Es war an einem Freitag, ich habe mit meiner Klasse einen Film über Najavo Indianer geguckt. Der Raum war natürlich abgedunkelt und ich bin eingeschlafen. Die Klasse war sehr diskret und störte mich auch nicht. Am Ende der Stunde fragte jedoch einer, ob es sein könnte, dass ich eingeschlafen sei."

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

"Dass die Eltern vielleicht etwas mehr Vertrauen in die Lehrer haben, was vor allem mich als Kunstlehrerin betrifft. Außerdem ist die Schule sehr kahl, daran könnte was geändert werden. Für die "normalen" Klassen sollte es auch noch mehr außerschulische Angebote geben."

Auslandsjahr?

Ein Auslandsjahr - ein Thema, über das viele Schüler schon mal nachgedacht haben.

Doch am Ende stellt sich jeder die Frage: Was ist, wenn man sich dann nicht wohl fühlt oder nicht mit der Gastfamilie zurechtkommt?

Um euch eine Antwort auf diese und andere Fragen zu geben, habe ich Emilie interviewt, die das vergangene Schuljahr im Ausland war und dort zur Schule gegangen ist, nun aber wieder auf das Goethe in die elfte Klasse geht.

Wie kam es dazu, dass du dich für ein Auslandsjahr entschieden hast?

Emilie: Ich hatte halt schon immer Lust drauf und wollte mal wissen, wie es ist, auf sich alleine gestellt zu sein. Außerdem wollte ich auch gerne eine neue Sprache lernen.

Für welches Land hast du dich entschieden und warum?

Emilie: Dänemark. Ich war schon mehrmals dort im Urlaub und fand die Sprache sehr interessant. Außerdem hat mich die dänische Kultur und Mentalität sehr angesprochen.

An welche Organisation gewandt und warst du mit dieser zufrieden?

Emilie: Ich habe mich an YFU gewandt. Das ist eine internationale Organisation. Sie ist aufgeteilt in Länder und hat in jedem Land, das sie vertritt, einen eigenen Sitz und in jedem Land sind die Vertreter der Organisation unterschiedlich gut. Ich war sowohl mit den deutschen als auch mit den dänischen mehr oder weniger zufrieden.

Gab es Probleme während deines Aufenthaltes in Dänemark?

Emilie: Ja. Es gab Probleme mit meiner ersten Gastfamilie, der ich von YFU zugeteilt wurde. Es waren ganz einfach persönliche Differenzen, für die die Organisation aber nichts konnte.

Wie seid ihr mit der Situation umgegangen?

Emilie: Ich wurde von der Familie eines Mädchens aus meiner dänischen Klasse aufgenommen und habe den Rest des Jahres bei ihnen verbracht.

Gab es danach noch weitere Probleme?

Emilie: Nein. Die Familie hat mich herzlich bei sich aufgenommen und ich fühlte mich sofort zuhause.

Wie war die Schule in Dänemark?

Emilie: Geil. Meiner Meinung nach viel besser als in Deutschland. Das dänische Bildungssystem ist sehr gut auf die Bedürfnisse von Jugendlichen ausgerichtet. Der Fokus in der Schule liegt auf der Selbstständigkeit des einzelnen Schülers. Es wird sich um das Wohlbefinden der Schüler gekümmert. Jeder Schüler hat einen eigenen Vertrauenslehrer, mit dem er über Sorgen, Probleme und schulische Schwierigkeiten reden kann. Außerdem benutzt man in Dänemark statt vieler Hefter einen Laptop. Das ist, wie ich finde, der einzige Kritikpunkt in der dänischen Schule, da dies schnell zu Ablenkung führen kann.

Hast für viele neue Freunde gefunden?

Emilie: Ja, unter anderem durch meine Schule, aber auch durch meine Organisation habe ich viele Freunde aus verschiedenen Ländern.

Vermisst du deine Zeit in Dänemark und deine dortigen Freunde?

Emilie: Ja, ich hab dort sehr viel erlebt und es war um einiges aufregender als mein Leben in Deutschland.

Würdest du ein Auslandsjahr weiter empfehlen?

Emilie: Ja, auf jeden Fall. Es ist eine tolle Möglichkeit eine neue Kultur und Sprache kennen zu lernen und man lernt sehr viel über sich selbst und erweitert die eigenen Grenzen. Man lernt einfach Freunde für´s Leben kennen. Falls jemand darüber nachdenkt, sollte er es unbedingt machen, da es sich wirklich lohnt.

Ich bedanke mich ganz herzlich bei Emilie.

HP